Laufen (Bekleidung und Schuhe)
Um den richtigen Laufschuh finden zu können, ist es wichtig, zunächst über verschiedenste Fußfehlstellungen und die daraus resultierenden Abrollbewegungen informiert zu sein. Hat man diese Informationen über Senk-, Knick-, Spreiz- und Hohlfüße erst einmal verarbeitet, ist es bedeutend einfacher, dem Fachverkäufer Auskunft zu geben, und auch hier zwischen guter und mäßiger Beratung zu unterscheiden.
Viele Geschäfte bieten auch die möglichkeit einer Videoanalyse an, so daß nicht nur der Fachverkäufer, sondern auch der Läufer die Füße und Fußstellung beurteilen können. (kleiner Tip: niemals am Wochenende losgehen und optimale Beratung erwarten! …dazu ist meist zu viel Betrieb. Lieber Anfang der Woche losgehen, und ruhig ein bis zwei Stunden Zeit nehmen!)
Unter der Pronation versteht man einen natürlichen Dämpfungsmechanismus des Fußes. Hierbei werden aufkommende Kräfte durch ein „einknicken“ des Fußgewölbes aufgefangen. Findet dieses Einknicken in zu starkem Maß statt (auch an der Höhe des inneren und des äußeren Knöchels zu erkennen), so spricht man von Überpronation.
Hat man erst einmal herausgefunden, welche Form der Unterstützung der Fuß benötigt, ist es beinahe nur noch eine Frage des Anprobierens um den individuell richtigen Laufschuh zu finden.
Dieser sollte dann je nach Körpergewicht oder auch vorhandener Gelenkschädigung die entsprechende Dämpfung in der Landephase bieten, in der Stützphase der Überpronation oder Supination entgegenwirken, und in der Führungsphase die Verwindung des Fußes verhindern, sowie ggf. eine dynamische Dämpfung beim Abstoßen gewährleisten.
Dies läßt sich durch verschiedene Element im Aufbau des Schuhs erreichen (s.Abb.oben rechts). Anhand dieser Elemente, wie z.B. der farblich gekennzeichneten Pronationsstütze oder einer Torsionsbrücke läßt sich auch ohne detailierte Kenntnisse über das jeweilige Laufschuhmodell eine Aussage darüber treffen, für welchen Läufertyp dieses geeignet ist. Hierzu genügt meist schon ein kurzer Blick auf die Sohle.
Laufschuhe:
Dämpfung: Im Moment des ersten Bodenkontakts wirken verschiedenartige Aufprallkräfte unter Ferse und Vorderfuß. Diese Unterschiede werden von unterschiedlichen Dämpfungssystemen [je nach Firma: ADIPrene (adidas), Gel (ASICS), Air (Nike), DMX od. Hexalite (Reebok), CELL (Puma), Absorb (NewBalance), Grid (Saucony)] ausgeglichen.
Die Dämpfungselemente befinden sich zumeist im Fersenbereich auf der äußeren Seite, um so genau dort zu wirken wo der Fuß zuerst auftrifft, und folglich die größte Belastung auszuhalten hat. Im Vorfußbereich sind Dämpfungselemente zumeist erst bei Schuhen ab einer Preislage von ca. 90,00 € aufwärts zu finden. Hier soll es in erster Linie einen unnötigen Energieverlust beim Abdruck verhindern.
Die Pronation ist ein natürlicher Dämpfungsmechanismus des Fußes. Hierbei „knickt“ beginnend mit dem Aufprall der Ferse das Fußgewölbe nach unten und minderst somit die auftretende Energie.
Im Fall einer Überpronation, also einer übertrieben starken ausführung dieser natürlichen Funktion muß der Fuß, d.h. Das Füßgewölbe unterstützt werden. Hierzu werden die Laufschuhsohlen in den entsprechenden Bereichen mit Schaumstoffen größerer Dichte, also größerer Härte gearbeitet. Die Größe der Pronationsstütze, also wie weit sie vom Fersenbereich in den Vorfußbereich vorgezogen ist hängt unter anderem auch mit dem Gewicht des Läufers zusammen. Da bei höherem Gewicht sehr viel größere Afprallenergien auftreten braucht ein schwerer Läufer zumeist eine stärkere Pronationsstütze
Laufbekleidung
Waren früher noch Trainingsanzüge, T-Shirts u.ä. aus Baumwolle das Optimum an atmungsaktiver und funktioneller Sportbekleidung, so haben in den letzten Jahrzehnten die Entwicklungen immer weiter verbesserter Kunstfasern die Weisheiten von Damals Lügen gestraft.
Diese hochtechnologischen Chemiefasern haben den Begriff Atmungsaktivität um eine wichtige Funktion erweitert: den Feuchtigkeitstransport. Dieser Trend zu immer funktionellerer Bekleidung hat natürlich auch im Laufsektor seine Spuren hinterlassen.
Die Funktionelle Laufbekleidung von heute muß gleichzeitig schweiß nach außen transportieren, Luft an die Haut lassen, vor Kälte schützen und wenn es möglich wäre auch noch gänzlich vor Nässe schützen. Kurz gesagt diese Bekleidung muß die perfekte Klimaanlage in textiler Form darstellen.
Der Schweißtransport und die Atmungsaktivität funktionieren hierbei wie bei jeder Funktionsbekleidung auf dem Prinzip „vom Überfluss zum Mangel“, also von der Produktionsstelle (Haut) zum Verteiler (aüßere Bekleidungsschicht) zum Endabnehmer (Umgebungsluft), und basieren auf den Eigenschaften der verwendeten Materialien, die nicht in der Lage sein dürfen, Feuchtigkeit zu speichern und der möglichst engen Passform der Bekleidung (hauteng). Gerade beim Laufen ist auf Grund der hohen Schweißproduktion ein sofortiger Abstransport notwendig.
Dieser Abtransport von Schweiß gewährleistet, daß der Körper trocken bleibt, und somit nicht unterkühlen kann. Die Luftzirkulation im Bekleidungssystem aus Unterwäsche, Oberbekleidung und Jacke trägt andererseits dazu bei, daß der Körper auch nicht überhitzt. Aufgeraute Laufhosen und -hemden für den Wintereinsatz bewirken einen Lufteinschluß, der Wärmeisolierend wirkt, und der Auskühlung zusätzlich entgegenwirkt.
Das größte Missverständnis besteht immer noch bei den Laufjacken. Der kunde erwartet hier vor Regen geschützt zu werden, übersieht hierbei jedoch die tatsächliche Funktion einer Laufjacke. Diese Besteht in erster Linie in der Winddichtigkeit, dem Feuchtigkeitstransport und der Luftzirkulation, also der Klimaregulierung.
Heutige Membranen wie GoreTex oder Sympatex sind allerdings leider noch nicht in der Lage, das gesammte, beim Laufen entstehende Schweißaufkommen nach außen zu transportieren, geschweigedenn für eine ausreichende Luftzirkulation zu sorgen.
Außerdem: Welchen Läufer interessiert es nach ein paar Kilometern noch, ob er von innen oder von außen nass wird?!?
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