Personalführung ist die Kunst,
den Mitarbeiter so schnell über den Tisch zu ziehen,
dass er die Reibungshitze als Nestwärme empfindet.
Viele Mitarbeiter und Cheffs werden diesen Witz bereits kennen, wenngleich er so manchem sicherlich schon mehr als einmal als pure Realität vorgekommen sein dürfte.
Echte Personalführung ist hingegen ungleich komplizierter und verlangt gerade von der Führungskraft so einiges.
Wieso Personalführung?
Nicht selten wird das Personal als das wahre Kapital eines Unternehmens bezeichnet. Zu Recht, denn ohne die Mitarbeiter läuft schlicht und ergreifend gar nichts. Von internen Prozessen, bis hin zum direkten Kundenkontakt liegt alles in der Hand der Mitarbeiter. Um hier also das “Funktionieren” des Personals in der erwünschten Weise sicherzustellen gibt es in fast allen Unternehmen entsprechend hierarchische Strukturen bis hin zur Unternehmensleitung. Diese wiederum gibt, ähnlich einer Regierung, die zu erreichenden Ziele, sowie die grundlegenden Wege vor. Die einzelnen Abteilungsleiter/innen müssen diese wiederum mit Hilfe Ihrer direkt unterstellten Mitarbeiter umsetzen.
Wie funktioniert effektive Personalführung?
Effektive Personal- oder Mitarbeiterführung beruht immer auf permanenter Kommunikation. Das bedeutet natürlich nicht, daß eine Führungskraft ständig an den Mitarbeitern “klebt”, wohl aber, das sie regelmäßig mit den ihr unterstellten Menschen spricht, sie beobachtet, kontrolliert und versucht die bestmögliche Leistung aus den Mitarbeitern herauszuholen.
Ein Mitarbeitergespräch kann sowohl vorbereitet und terminiert stattfinden und sich mit den grundlegenden Zielen, sowohl des Unternehmens, als auch des Einzelnen beschäftigen, es kann aber genau so im alltäglichen Arbeitsablauf eine einzige Momentaufnahme beleuchten.
Egal, ob global oder im Kleinen, die Aufgabe der Führungskraft besteht vor allem darin, Kritik und Lob (vor allem Lob) frei von Werten oder persönlichen Meinungen zu kommunizieren. Der Grundgedanke muß es also sein, daß jeder Mitarbeiter, entsprechend seinen persönlichen Voraussetzungen, gefördert und gefordert wird ohne jedoch hierbei persönlich zu werden. Es geht in einem Personalgespräch niemals um die Person, sondern immer um die erbrachte (oder nicht erbrachte) Leistung.
Eine Führungskraft, die dies nicht nur erkannt hat, sondern auch in der Lage ist, dies mit der nötigen Distanz umzusetzen, ist schon einen großen Schritt weitergekommen.
Loyalität und Unternehmenstreue?
Treue und Loyalität der Mitarbeiter gelten in den seltensten Fällen direkt dem Unternehmen. Letztlich sind wir alle nur Menschen und wollen uns auch mit anderen Menschen identifizieren. Einer guten Führungskraft muß es also gelingen, die Mitarbeiter “hinter sich zu stellen”. Dabei gilt es, bei aller nötigen Distanz, immer noch als Mensch für die Mitarbeiter erkennbar zu bleiben. Man darf sich also durchaus auch die eine oder andere Schwäche leisten, bzw. sie eingestehen, solange man in der Lage ist, seine eigene Arbeitsleisung hiervon nicht beeinträchtigen zu lassen. Wie sonst sollte man noch Leistung von seinen Mitarbeitern fordern. Gleichzeitig sollte es gelingen, trotz aller Verantwortung der eigenen Persönlichkeit treu zu bleiben. “Unechtes” Verhalten fällt auf und schadet der eigenen Glaubwürdigkeit. Aber schlussendlich entscheidet die Glaubwürdigkeit einer Person und Führungskraft über die Loyalität der Mitarbeiter.
Umsetzung im Alltag?
Manch eine Führungskraft, egal ob Abteilungsleiter, Filialleiter, Bezirksleiter o.Ä. wird im beruflichen Alltag allerdings mit zahlreichen Aufgaben konfrontiert, die mit der eigentlichen Aufgabe “Führung” gar nichts mehr zu tun haben. Es ist also unerlässlich, hierfür entsprechende Freiräume zu schaffen. Das Zauberwort hierfür heißt: Aufgaben delegieren.
Das delegieren der eigenen Aufgaben an verschiedene Mitarbeiter schafft nicht nur Freiräume für die eigene Kernkompetenz, sondern ermöglicht gleichzeitig den Mitarbeitern “Wertschätzung” zu erfahren. Was anderes stellt es denn dar, wenn nicht Wertschätung durch den Vorgesetzten, wenn man als Mitarbeiter Verantwortung übertragen bekommt? - Manch Angestellter würde jetzt sagen: “Schikane, ich habe doch schon genug zu tun. Wie soll ich das jetzt auch noch schaffen.”
Der geschickten Führungskraft gelingt es, bereits im Vorfeld die Aufgabe so zu “verpacken”, daß solche Argumente gar nicht erst angebracht werden. Überlegen Sie deshalb immer ganz genau, was Sie wie sagen oder formulieren - Ihr Mitarbeiter wird jedes Wort und jede Betonung in die Wagschale werfen, vollkommen unbewusst aber ausschlaggebend für seine Reaktion. Je besser Sie also Ihre Mitarbeiter kennen, desto besser werden Sie in der Lage sein, sich darauf einzustellen, Reaktionen vorherzusagen und die richtigen Formulierungen zu treffen.
Planung?
Ein weiterer Aspekt zurPersonalführung und auch zur Schaffung von eigenen Freiräumen ist eine ausgewogenen und vorausschauenden Planung. Dies betrifft vor allem die kurzfristige, wie auch die langfristige Personaleinsatzplanung. Grundlegend sollte man also das Grundgerüst der Einsatzplanung schon im Vorfeld für sich selber vorbereiten - also wann brauche ich wieviele Mitarbeiter, welche Spezialisten und welche Allroundtalente lassen sich in welcher Situation am besten einsetzten. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle, sei es im Hinblick auf die Jahresplanung des Unternehmens, die Urlaubsplanung der Mitarbeiter, oder spezielle Einzelprojekte.
Für die Jahres- und Urlaubsplanung empfielt es sich, bereits im Vorjahr hiermit zu beginnen, und diese auch spätestens im Januar abzuschließen. Das gibt sowohl Ihnen, als auch Ihren Mitarbeitern eine gewisse Planungssicherheit (und ein gutes Gefühl von Sicherheit ist auch immer förderlich für ein gutes Betriebsklima).
Die Wochen und Tagesplanung wird von vielen Führungskräften immer noch sehr kurzfristig “zusammengeschustert”, obwohl ein Großteil der Rahmenbedingungen bereits lange voher bekannt ist. Die zu Verfügung stehenden Mitarbeiter und Stunden, anstehende Projekte, Umsatzerwartungen usw. stehen in den meisten Unternehmen bereits im Vorfeld fest. Selbst dann, wenn die Mitarbeiter die Planung erst kurzfristig bekommen sollen, um z.B. auf Unvorhergesehenes besser reagieren zu können, sollte die grundlegende Planung bereits einige Wochen im Voraus feststehen. Das erleichtert nicht nur die eigene Arbeit, sondern verschafft auch einen besseren Überblick über die Gesamtsituation.
Zusammenfassung.
Wertfreie Kommunikation, autentisches Verhalten und Zeit für die Kernkompetenzen sind die wesentlichen Schlüssel zu effektiver Mitarbeiterführung. Lob und Kritik sollten immer Hand in Hand gehen und sich immer auf die Leistung, niemals auf den Menschen beziehen. Delegation und Planung schaffen Freiräume für Führungskraft und Mitarbeiter.
weiterführende Links:
Personaleinsatzplanung:
Handwerk, Einzelhandel, Urlaubsplanung